Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion oder Heizlüfter: Was eignet sich für Winter UND Sommer?

Ein einziges Gerät, das im Winter heizt und im Sommer kühlt, oder ein einfaches Heizgerät für die kalte Jahreszeit? Wir vergleichen Wirkungsgrad, Preis, Stromverbrauch und Lautstärke, damit Sie die richtige Wahl für Ihr Zuhause und Ihr Budget treffen.

Mobile Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion im winterlichen Wohnzimmer neben einem elektrischen Heizlüfter

Zwei grundverschiedene Wege, denselben Raum zu heizen

Eine Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion arbeitet als Luft-Luft-Wärmepumpe. Im Sommer entzieht sie der Raumluft Wärme und gibt sie nach draußen ab. Im Winter kehrt sie einfach den Kreislauf um und holt sich die Wärmeenergie aus der Außenluft, selbst bei kühlen Temperaturen, um sie im Inneren als Heizwärme abzugeben. Ein einziges Gerät deckt damit beide Jahreszeiten ab.

Ein Heizlüfter oder ein anderes elektrisches Heizgerät (Konvektor, Flächenheizkörper, Ölradiator) hat nur eine einzige Funktion: Strom direkt über Widerstandsheizung in Wärme umzuwandeln, dasselbe Grundprinzip wie bei einem Tauchsieder. Eine Kühlfunktion gibt es bei diesem Gerätetyp nicht, es ist ein reines Heizgerät, ausschließlich für den Winter gedacht.

Was heizt wirklich besser?

Der Unterschied im Wirkungsgrad ist erheblich. Ein klassischer Heizlüfter erreicht einen Wirkungsgrad von nahezu 100 %, kann diesen aber nie überschreiten: Für 1 kWh verbrauchten Stroms gibt er höchstens 1 kWh Wärme zurück, die physikalische Grenze der Widerstandsheizung.

Eine Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion erzeugt keine Wärme, sie verschiebt sie mithilfe eines Kompressors. Ihr Leistungszahl-Wert (COP) liegt üblicherweise zwischen 3 und 4: Für 1 kWh Stromverbrauch gibt sie 3 bis 4 kWh Wärme im Raum ab. Konkret heißt das: Das Heizen eines Zimmers kostet mit einer Wärmepumpen-Klimaanlage 3- bis 4-mal weniger Strom als mit einem Heizlüfter, bei gleichem Komfort.

Dieser Vorteil schrumpft bei strengem Frost: Unterhalb von etwa -5 °C bis -10 °C, je nach Modell, verliert der Kompressor an Effizienz und löst Abtauzyklen aus, die den COP vorübergehend senken. In den meisten Regionen Deutschlands wird diese Grenze nur an wenigen Tagen im Winter überhaupt erreicht.

Gut zu wissen Der COP einer Wärmepumpe wird nach einheitlichen europäischen Prüfnormen ermittelt, wodurch sich Geräte auf dem Energielabel objektiv vergleichen lassen, anders als bei einem einfachen Heizlüfter, für den es keine vergleichbare Kennzahl gibt, da sein Wirkungsgrad ohnehin stets nahe 1 liegt.

Und wie sieht es beim Kühlen im Sommer aus?

Ein Heizlüfter besitzt schlicht keine Kühlfunktion: Sobald der Sommer kommt, wandert er bis zum Herbst zurück in den Schrank. Er ist von Natur aus ein Ein-Saison-Gerät.

Eine Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion wird mit den ersten warmen Tagen wieder zu einer ganz normalen Klimaanlage: Sie entzieht dem Raum Wärme und gibt sie nach draußen ab, genau wie ein nicht umkehrbares Modell. Mehr zu den Effizienzunterschieden zwischen mobilen und fest installierten Geräten finden Sie in unserem Vergleich mobile oder fest installierte Klimaanlage. Einen Überblick über verfügbare Modelle mit Wärmepumpenfunktion bietet unsere Klimaanlagen-Auswahl.

Anschaffungspreis und Stromkosten

Ein Heizlüfter gewinnt bei der Anschaffung klar: Rechnen Sie mit etwa 20 € bis 100 € für einen Konvektor oder Heizlüfter, bis zu rund 150 € für ein hochwertigeres Modell mit Ölfüllung oder Keramikheizkörper. Keine Installation nötig, einfach einstecken und nach Belieben umstellen.

Eine Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion kostet in der Anschaffung deutlich mehr: von etwa 400 € bis 900 € für ein mobiles Gerät, und 1200 € bis 2500 € inklusive Montage für eine fest installierte Split-Anlage, deren Kältemittel nur von einem zertifizierten Fachbetrieb gehandhabt werden darf. Diese höhere Anschaffungsinvestition macht sich im Betrieb meist schnell bezahlt: Über einen ganzen Winter mit regelmäßigem Heizen eines Wohnzimmers kann die eingesparte Stromrechnung mehrere Hundert Euro ausmachen.

Profi-Tipp Wählen Sie einen Heizlüfter oder eine Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion nie nach Gefühl: Ein zu klein dimensioniertes Gerät läuft ununterbrochen, ohne je die gewünschte Temperatur zu erreichen, was die Stromrechnung stärker belastet als eine leichte Überdimensionierung.

Lautstärke und Wohnkomfort

Ein Heizlüfter mit Konvektions- oder Ölprinzip ist praktisch geräuschlos, ohne Ventilator oder bewegliche Teile. Ein Gebläsemodell hingegen erinnert an einen kleinen Fön im Dauerbetrieb, mit einer Lautstärke meist zwischen 50 und 60 dB(A).

Eine mobile Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion hat ihren Kompressor direkt im Wohnraum, mit einer Lautstärke meist zwischen 50 und 65 dB(A), eine dauerhafte Geräuschkulisse. Eine fest installierte Split-Anlage verlagert diesen Kompressor nach draußen: Die Inneneinheit, die nur noch einen Ventilator enthält, bleibt oft unter 26 dB(A), ein spürbar anderes Komfortniveau.

Unsere Vergleichstabelle

KriteriumHeizlüfterKlimaanlage mit Wärmepumpe
FunktionenNur HeizenHeizen UND Kühlen
Wirkungsgrad / COPNahe 1 (Widerstandsheizung)3 bis 4 (Wärmepumpe)
Anschaffungspreis20 € bis 150 €400 € bis 2500 € je nach Typ
Heizkosten im WinterHoch bei gleichem Komfort3- bis 4-mal günstiger
LautstärkeGeräuschlos bis 60 dB(A) je nach Modell19 bis 65 dB(A) je nach mobil oder fest
Ideal fürGelegentliches Heizen, kleine RäumeRegelmäßige Nutzung, ganzjährig

Welches Gerät passt zu welchem Bedarf?

Für gelegentliches Heizen eines kleinen Raums (morgens im Bad, ein selten genutztes Arbeitszimmer), oder um eine Hauptheizung an wenigen sehr kalten Tagen zu unterstützen, bleibt der Heizlüfter die einfachste Wahl: geringe Anschaffungskosten, keine Installation, leicht zu verstauen, wenn er nicht gebraucht wird.

Für die regelmäßige Nutzung eines Wohnraums über mehrere Monate, oder um zwei saisonale Geräte durch eines zu ersetzen, wird die Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion auf Dauer deutlich wirtschaftlicher: eine höhere Anfangsinvestition, die durch den geringeren Stromverbrauch beim Heizen und die ab den ersten warmen Tagen verfügbare Kühlfunktion klar aufgewogen wird.

Die in diesem Artikel erwähnten Produkte

Whirlpool PACF212HP W

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558.62€ (7)

Reversibel für Kühlen und Heizen, mit Jet-Funktion (+/-5°C in 10 Minuten) und waschbarem HEPA-Filter, klimatisiert und heizt der Whirlpool PACF212HPW Räume bis 20 m².

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Whirlpool PACW212HP

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Daikin Sensira FTXC50D

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Die reversible Split-Klimaanlage von Daikin aus der Sensira-Serie, mit inklusivem 7-Meter-Installationsset, für einen großen Raum, ohne das Budget zu sprengen.

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599.00€ (10)

Drei Geräte in einem: HEPA-H13-Luftreiniger, Air-Multiplier-Ventilator und Keramik-Heizung, steuerbar per MyDyson-App oder Fernbedienung.

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Häufige Fragen

Ja, in den meisten Fällen: Eine Klimaanlage mit Wärmepumpenfunktion kann einen Raum das ganze Jahr über allein beheizen, mit einem COP von 3 bis 4, weit über dem eines klassischen Heizlüfters, außer bei anhaltend strengem Frost, wenn die Effizienz leicht sinkt.

Ja, allerdings sinkt die Effizienz unterhalb von etwa -5 °C bis -10 °C je nach Modell schrittweise, mit Abtauzyklen, die den COP vorübergehend senken. In den meisten Regionen Deutschlands wird diese Grenze nur an wenigen Tagen im Winter erreicht.

Ja, bei gleicher erzeugter Wärmemenge: Ein Heizlüfter kann einen Wirkungsgrad von 100 % nicht überschreiten (Widerstandsheizung), während eine Klimaanlage mit Wärmepumpe Wärme mit einem COP von 3 bis 4 verschiebt, also 3- bis 4-mal weniger Strom für das gleiche Ergebnis benötigt.

Ein mobiles Gerät wird wie jedes andere Elektrogerät einfach eingesteckt, ohne Installation. Eine fest installierte Split-Anlage erfordert dagegen den Umgang mit unter Druck stehendem Kältemittel, eine reglementierte Arbeit, die zwingend einem zertifizierten Fachbetrieb vorbehalten ist.

Das Umweltbundesamt empfiehlt üblicherweise etwa 19 °C bis 20 °C in Wohnräumen und etwas weniger im Schlafzimmer. Jedes zusätzliche Grad erhöht den Stromverbrauch um etwa 6 %, eine Faustregel, die für Heizlüfter genauso gilt wie für Klimaanlagen mit Wärmepumpenfunktion.

Quellen: