IFA 2026: Die Klimaanlage, die Sie spürt, der Kühlschrank, mit dem Sie sprechen können

Auf der IFA 2026 in Berlin haben Samsung und LG ihre neue Generation von Kühlgeräten für zu Hause vorgestellt: eine Klimaanlage, die ihren Luftstrom an Ihre Position im Raum anpasst, ein Kühlschrank, der einen ganzen Satz versteht und das Öffnen seiner Tür vorausahnt. Hinter dem Wort KI steckt, was wirklich neu ist, und was noch Marketing bleibt.

Hand hält ein Smartphone mit einer App zur Steuerung der Klimaanlage, im unscharfen Hintergrund eine weiße Wand-Klimaanlage in einem modernen Wohnzimmer

IFA 2026: Wenn Kühlgeräte für zu Hause ihr Vokabular ändern

Die Berliner IFA (Internationale Funkausstellung) ist neben der CES in Las Vegas eine der beiden weltweit größten Messen für Unterhaltungselektronik. Die Ausgabe 2026, die vom 4. bis 8. September stattfand, bestätigte einen Vokabelwechsel bei den größten Herstellern von Kühlgeräten für zu Hause: Man spricht nicht mehr nur von 'vernetzten', sondern diesmal wirklich von 'intelligenten' Geräten.

Samsung und LG, die beiden größten Anbieter von Klimaanlagen und Kühlschränken für Privathaushalte weltweit, stellten dort jeweils ihre neue Vorzeigegeneration vor. Beide Marken sind in unseren getesteten Klimaanlagen und Kühlschränken gut vertreten, was uns einen konkreten Vergleichspunkt zwischen dem, was Sie vielleicht schon besitzen, und dem, was als Nächstes kommt, liefert.

💡 Wussten Sie schon? Der Name 'WindFree' von Samsung ist nicht neu: Die Technologie feiert 2026 ihr zehnjähriges Bestehen. Bereits frühere Generationen verteilten einen sanften Luftstrom durch Mikroöffnungen statt eines direkten Kaltluftstrahls. Neu bei der Pro-Generation 2026 ist ein Radarsensor, der diesen Luftstrom je nach tatsächlicher Anwesenheit steuert, während frühere Generationen sich auf ein festes Verteilungsmuster beschränkten.

Samsung Bespoke AI WindFree Pro: Die Klimaanlage, die spürt, wo Sie sind

Der Bespoke AI WindFree Pro wurde bei den IFA Innovation Awards 2026 als 'Best in Design' ausgezeichnet und erhielt zudem eine Erwähnung in der Kategorie Haushaltsgeräte. Seine technische Neuerung besteht in einer Funktion: AI Motion Wind. Ein Radarsensor, nicht mehr nur ein einfacher Temperaturfühler, erkennt Position, Anwesenheit und Aktivitätsgrad der Personen im Raum und richtet den Luftstrom entsprechend aus, ohne direkten Luftzug auf eine ruhig sitzende Person.

Die Verteilung selbst erfolgt über 23.000 Mikroöffnungen auf der Gerätefront: Die Luft tritt als sanfte Schicht statt als punktueller Strahl aus, was das unangenehme Gefühl eines dauerhaften kalten Luftzugs verringert, ein häufiger Kritikpunkt bei klassischen Klimaanlagen. Drei bewegliche Lamellen ('Motion Wings') ermöglichen zusätzlich unterschiedliche Verteilungsmuster je nach Tageszeit.

Zwei Funktionen zielen auf konkrete Anwendungsfälle ab:

  • WindFree Wearable Good Sleep: Das Gerät synchronisiert sich mit einem kompatiblen Wearable, um die Kühlung an die Schlafphasen anzupassen und die Intensität im Tiefschlaf zu reduzieren.
  • Comfort Drying: eine Entfeuchtung, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit reguliert, ohne einen zusätzlichen Kühleffekt zu erzeugen, mit einer angegebenen Energieeinsparung von 30 % gegenüber den bisherigen Entfeuchtungsmethoden der Marke.

Zur Einordnung dieser Zahlen: Der bereits in unserer Auswahl vorhandene Samsung AR35 ist ein klassisches reversibles Split-Gerät der Marke ohne Präsenzradar: Er setzt allein auf die Digital-Inverter-Regelung, effizient, aber ausschließlich von der Raumtemperatur gesteuert. Genau das ist der Unterschied zwischen vernetzt und intelligent, den wir weiter unten genauer erklären.

LG SIGNATURE: Der Kühlschrank, mit dem man wirklich sprechen kann

Am Stand von LG demonstrierte die neue Generation des Premium-Kühlschranks SIGNATURE einen Sprachassistenten auf Basis eines großen Sprachmodells (LLM), der einen natürlich formulierten Satz versteht statt einer starren Liste vorgegebener Befehle. Konkret kann ein Besucher fragen, wie ein bestimmtes Lebensmittel am besten gelagert wird, sich einen Überblick über den Inhalt des Fachs verschaffen oder eine Kochaufgabe koordinieren und erhält eine in natürlicher Sprache formulierte Antwort auf dem integrierten 6,8-Zoll-Display.

Die Funktion AI Fresh geht über den reinen Dialog hinaus: Sie beobachtet die tatsächlichen Türöffnungsgewohnheiten des Haushalts und kann den Innenraum bis zu zwei Stunden vor einer erwarteten Öffnung vorkühlen, basierend auf den üblichen Zeiten statt auf manueller Programmierung. Ziel ist es, den Temperaturanstieg im kritischen Moment der Türöffnung zu begrenzen, ohne den Kompressor dauerhaft mit voller Leistung laufen zu lassen.

Der Samsung RB34C602ESA aus unserer Auswahl veranschaulicht gut die bereits etablierte Zwischenstufe: Seine SmartThings-Anbindung ermöglicht die Fernüberwachung der Temperatur und den Empfang von Benachrichtigungen, doch das Gerät führt keinen Dialog und trifft keine Nutzungsvorhersagen. Es ist ein vernetzter Kühlschrank, aber noch kein Kühlschrank, der von Ihnen lernt.

Vernetzt ist nicht intelligent: Was sich wirklich ändert

Das Wort 'intelligent' klebt seit Jahren an fast jedem Gerät mit WLAN-Chip. Es lohnt sich, klar zwischen drei Stufen zu unterscheiden, von der verbreitetsten bis zur seltensten auf dem heutigen Markt.

StufeWas sie leistetBeispiel aus unserer Auswahl
Vernetzt (WLAN + App)Fernsteuerung, Zeitplanung, Benachrichtigungen. Das Gerät führt Befehle aus, es nimmt von sich aus weder etwas wahr noch antizipiert es etwas.Comfee Breezy Cool 2.6 (MSmart-Home-App, Alexa, Google Home), LG Libero WZ09 (WLAN + LG-ThinQ-App, standortbasierte Vorkühlung)
Sensorgesteuert automatisiertEin eingebauter Sensor (Temperatur, Luftfeuchtigkeit) passt selbstständig einen einfachen Sollwert an, ohne Kenntnis davon, wer anwesend ist oder in welchem Nutzungskontext.Die meisten Digital-Inverter-Klimaanlagen und Kühlschränke mit klassischer elektronischer Regelung
Eingebaute KI (2026)Präsenz-/Aktivitätserkennung per Radar, Lernen der tatsächlichen Haushaltsgewohnheiten, Dialog in natürlicher Sprache, vorausschauende Entscheidungen (Vorkühlung, schlafbasierte Anpassung).Samsung Bespoke AI WindFree Pro, neue Generation LG SIGNATURE

Der konkrete Unterschied liegt in der genutzten Datengrundlage. Ein klassisches Thermostat reagiert auf eine einzige Variable, die Umgebungstemperatur. Ein Radarsensor oder ein Sprachmodell verarbeitet einen reichhaltigeren Kontext: Wer ist da, seit wann, wann wird das Lebensmittel voraussichtlich als Nächstes gesucht. Dieser Sprung in der Datenqualität, nicht das bloße Vorhandensein einer App, rechtfertigt es, von künstlicher Intelligenz statt von bloßer Vernetzung zu sprechen.

Lohnt sich KI schon jetzt?

Diese Funktionen bleiben derzeit den Premium-Baureihen beider Hersteller vorbehalten, mit entsprechendem Preisaufschlag. Drei Anhaltspunkte, um zu entscheiden, ob sich der Mehrpreis für Ihren Haushalt lohnt.

  • Das Präsenzradar bringt einen messbaren Vorteil in einem Raum, dessen Belegung häufig wechselt (gemeinsam genutztes Wohnzimmer, Büro mit mehreren Personen), weniger in einem Schlafzimmer mit fester Belegung, wo ein klassischer Nachtmodus bereits ausreicht.
  • Die vorausschauende Vorkühlung eines Kühlschranks zahlt sich vor allem in einem Haushalt mit sehr regelmäßigen Tagesabläufen aus; ein Haushalt mit unregelmäßigen Zeiten profitiert weniger, da der Algorithmus wiederkehrende Muster braucht, um korrekt vorherzusagen.
  • Ein Sprachassistent ist vor allem ein Komfortmerkmal, kein Leistungskriterium: Er verändert weder die Energieeffizienzklasse noch das tatsächliche Fassungsvermögen des Geräts.
⚡ Der Profi-Tipp von Christophe: Bevor Sie sich vom 'KI'-Datenblatt einer Klimaanlage oder eines Kühlschranks überzeugen lassen, prüfen Sie zuerst die Grundlagen, die nie aus der Mode kommen: die an die Raumgröße angepasste Leistung in BTU/h, die tatsächliche Energieeffizienzklasse auf dem Label und den Geräuschpegel in dB(A). Ein richtig dimensioniertes Gerät ohne KI ist einem falsch dimensionierten intelligenten Gerät immer noch überlegen.

Der Markt hat die untere Stufe, die App-Anbindung, bereits erreicht: Der Comfee Breezy Cool 2.6, für unter 300 € erhältlich, bietet bereits App-Steuerung und Kompatibilität mit Sprachassistenten. Die nächste Stufe, Radarerkennung und Dialog in natürlicher Sprache, dürfte in den kommenden Jahren denselben Weg gehen wie zuvor der Inverter-Kompressor oder das WLAN.

Die in diesem Artikel erwähnten Produkte

Samsung F-AR12ART AR35

Samsung F-AR12ART AR35

Ansehen (15)

Eine reversible Split-Klimaanlage von Samsung mit der bekannten Digital-Inverter-Technologie der Marke, zu einem deutlich günstigeren Preis als die Spitzenmodelle.

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LG Libero WZ09

LG Libero WZ09

749.00€ (2)

Die leiseste fest installierte Klimaanlage unserer Auswahl, aufgebaut auf LGs Twin Rotary DC Inverter Kompressor, mit einem Geräuschpegel ab 27 dB(A) innen.

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Samsung RB34C602ESA

Samsung RB34C602ESA

Ansehen (16)

Eine vernetzte Kühl-Gefrierkombination mit 344 Litern von Samsung, mit SpaceMax-Technologie für optimiertes Innenvolumen und SmartThings-App-Steuerung.

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Comfee Breezy Cool 2.6

Comfee Breezy Cool 2.6

Ansehen (20)

Die vernetzte mobile Klimaanlage mit einem der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse am Markt: App, Alexa, Google Home, 9000 BTU, zu einem Preis deutlich unter dem Segmentdurchschnitt.

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Häufige Fragen

Es handelt sich um eine Funktion, die per eingebautem Radarsensor Position, Anwesenheit und Aktivitätsgrad der Personen im Raum erkennt und Richtung sowie Intensität des Luftstroms entsprechend anpasst. Anders als eine klassische Klimaanlage, die nach einem festen Muster verteilt, vermeidet das Gerät direkten Luftzug auf eine ruhig sitzende Person und konzentriert die Kühlung dort, wo tatsächlich jemand anwesend ist.

Ja, in einem auf dem IFA-2026-Stand demonstrierten Umfang: Der eingebaute Assistent basiert auf einem großen Sprachmodell (LLM) und versteht einen natürlich formulierten Satz, nicht nur eine feste Liste vorgegebener Sprachbefehle. Er kann einen passenden Lagerungsmodus für ein bestimmtes Lebensmittel empfehlen, den Inhalt des Kühlschranks zusammenfassen oder eine Frage zu seinen Einstellungen beantworten, angezeigt auf einem integrierten 6,8-Zoll-Display.

Eine vernetzte Klimaanlage lässt sich per App fernsteuern (Zeitplanung, Benachrichtigungen, Ein/Aus), reagiert aber weiterhin auf eine einzige Datengröße, die Umgebungstemperatur, genau wie ohne App. Eine Klimaanlage mit eingebauter KI wie der Bespoke AI WindFree Pro nutzt reichhaltigere Daten, hier per Radar erkannte Anwesenheit und Aktivität, um eine Entscheidung zu treffen, die der Nutzer nie ausdrücklich programmiert hat.

Für Radarerkennung oder Dialog in natürlicher Sprache noch nicht, diese bleiben 2026 den Premium-Baureihen von Samsung und LG vorbehalten. Die Stufe darunter, App-Anbindung und Kompatibilität mit Sprachassistenten (Alexa, Google Home), ist dagegen bereits für unter 300 € erhältlich, etwa beim Comfee Breezy Cool 2.6, was vermuten lässt, dass eingebaute KI in den kommenden Jahren denselben Weg zur Erschwinglichkeit nehmen wird.

LG stellt seine Funktion AI Fresh im Gegenteil als Effizienzgewinn dar: Indem eine Türöffnung anhand der tatsächlichen Gewohnheiten des Haushalts statt erst im Nachhinein antizipiert wird, begrenzt das Gerät die Kompressor-Leistungsspitzen, die nötig wären, um einen bereits eingetretenen Temperaturanstieg auszugleichen. Der tatsächliche Nutzen hängt jedoch davon ab, wie regelmäßig die Gewohnheiten des Haushalts sind: Je fester der Zeitplan, desto zuverlässiger die Vorhersage.

Quellen: